19.07.2016 Der MERCATORVEREIN und die WUTTKE GEOGROUP laden ein: MERIDIANFEST am 20.08.2016 in Kleinolbersdorf-Altenhein – Goethering

London – Adelsberg, genau 13°

Alles begann in Bremerhaven.

Ich besichtigte vor fünf Jahren das Klimahaus 8° Ost. Ich war begeistert, welche touristische Anziehungskraft eine geographische Längenangabe haben kann.

Auf der Rückfahrt fiel mir ein, dass von Adelsberg nach Kleinolbersdorf-Altenhain der 13. Längengrad östlicher Länge Chemnitz streift.

Da war die Idee geboren.

Als Einwohner von Kleinolbersdorf-Altenhain wollte ich den 13. Längengrad kennzeichnen und damit für die Bewohner des Ortsteils der Stadt und ihrer Gäste eine neue Sehenswürdigkeit schaffen.

Als öffentlich bestellter Vermessungsingenieur sollte es etwas geodätisches sein. Ich nannte das Projekt fortan „K 13“.

In meinem Unternehmen, der  Wuttke Geogroup, schrieb ich einen kleinen Wettbewerb aus. Viele interessante Ideen wurden von den Mitarbeitern eingebracht. Eine Idee aus Dresden fand dann unser aller Zustimmung und wurde jetzt realisiert.

Am Rande eines Fachkongresses an der Hochschule für Technik und Wirtschaft erzählte ich von meinem Projekt K 13.  Ein Professor der Fakultät Geoinformation war von meiner Idee so begeistert, dass er wenige Wochen später einen detailgetreuen Gestaltungsvorschlag lieferte. Es sollte kein Meridianstein, sondern eine Meridiansäule werden.

Die Form der Säule soll an große Projekte der Ingenieurskunst des 19. Jahrhunderts erinnern. Sie soll in ihrer Form zwei sächsische Gradmessungen vereinen. Der Säulenschaft entspricht der 1828 errichteten Säule auf dem nördlichen Hauptpunkt der Lohrmann´schen Gradmessung. Dieses Gradnetz sollte der Grundsteuervermessung dienen. Sie fand zwischen den Jahren 1836 und 1841 im Königreich Sachsen statt.

Der Säulenfuß und die Abdeckung sind Pfeilern der Königlich Sächsischen Triangulation bzw. der Europäischen Gradmessung zwischen 1862 und 1890 nachempfunden, so der Station auf der Lausche bei Johnsdorf im Zittauer Gebirge oder auf dem Fichtelberg von 1864.

Die Meridiansäule K 13 soll aus pirnaischen Sandstein errichtet werden.

Nachdem die Details geklärt waren, ging die Suche nach einem geeigneten Standort los.

Am Schösserholz, in unmittelbarer Nähe an der Gemarkungsgrenze zu Adelsberg, wurden wir fündig. Bei schönem Wetter hat man von dort entlang des 13. Längengrades nach Süden eine vortreffliche Sicht. Keilberg und Fichtelberg sieht man bei klarem Wetter.

Das Waldstück gehört dem Freistaat. Den Staatsbetrieb Sachsenforst konnten wir vom Projekt schnell begeistern und er gestattete die Aufstellung der Säule.

Nun war noch zu klären, wer sich um den Bau- und die Betreuung zukünftig kümmern soll. Die Lösung war eine Vereinsgründung und so entstand 2015 der Mercatorverein e.V.

Als Träger des Projektes K 13 suchte er Unterstützung bei den Vereinen im Ortsteil und bei der Stadt Chemnitz.

Im November des letzten Jahres wurde das Fundament gegossen und dann Ende Mai 2016 die fast vier Meter hohe Säule aufgestellt.

Nach ihrer Konservierung wird sie noch einmal verhüllt, um sie dann am 20. August offiziell zu enthüllen.

An diesem Tag wird auf dem Goethering und an der Säule ein Meridianfest gefeiert (siehe Programm). Die Bewohner des Stadtteils Adelsberg sind natürlich hierzu recht herzlich eingeladen.

Nach fünf Jahren nähert sich dieses Projekt dem Ende entgegen. Die Meridiansäule K 13 leuchtet im hellen Sandstein am Schösserholz. Die neue Sehenswürdigkeit wird sicherlich bald in allen Wanderführern eingezeichnet sein. Sie gibt geodätische Anschauung und Wissensvermittlung und schlägt den Bogen zu großer Sächsischer Ingenieurskunst.

Ohne die vielen Unterstützer wäre das Projekt nicht zu verwirklichen gewesen.

Ich danke dem Ideengeber und Baumeister, Herrn Prof. Winfried Himmer, den Mitgliedern des Mercatorvereins e.V. und den vielen anderen Helfern.

Ohne das Wohlwollen des Freistaates Sachsen und der Stadt Chemnitz gebe es keine Meridiansäule am 13. Längengrad östlicher Länge.

Dank sage ich dem Staatsbetrieb Sachsenforst und dem Tiefbauamt mit seinem Bauhof in Kleinolbersdorf-Altenhain.

 

Detlef Wuttke

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